Der Honigkuchen hat eine Seele

Mézeskalács magyaros motívumokkal

Der Honigkuchen hat eine Seele, die die Menschen berühren soll. Es kommt aus dem Herzen und spricht das Herz an, erfüllt es mit Wärme und verschönert den Anlass zu dem er zubereitet wurde. Sein herrlicher und verführerischer Duft erfüllt den Raum und erweckt die Nostalgie eines Festes. Geben und bekommen ist eine wunderbare Freude, deren Großartigkeit in dessen Einfachheit steckt.

Die Geschichte des Honigkuchens

Die Wichtigkeit des Honigs ergab sich daraus, dass bis zum Ende des 19. Jahrhunderts – als der Zuckerrübenanbau begann – der Honig praktisch das einzige Süßungsmittel der Bauern war. Der teuere, importierte Rohrzucker gelangte kaum in die Haushalte der Bauern. Außerdem kann man schon seit der Antike verfolgen, dass der Honig im Volksmund die gesundheits- und glücklichkeits- bringende Speise ist. Fast in allen Regionen Europas ist der Honig ein Grundelement der Naturheilmittel.

Man sagt, die Honigkuchenbäckerei gibt es, seit es Honig gibt. In den Pyramiden Ägyptens fand man neben Honig auch auch Honigkuchenreste.

Im römischen Reich hatte der würzige, duftende Honigkuchen auf dem Tisch der Feinschmecker einen Ehrenplatz. Zu den Geburtstagen der Familienmitglieder wurden Honigkuchenfiguren angefertigt, die dem Hausgott geopfert wurden.

Im Mittelalter war es Brauch, bei verschiedenen Anlässen wie Weihnachten, Neujahr, Ostern, Pfingsten, Hochzeiten und Taufen im Kreis der Verwandten, Bekannten und Gästen, Honigkuchen zu verteilen. Die damaligen Formen standen unter dem Einfluss der Renaissance und des Barocks. Die Themen waren überwiegend religiöse und mythologische Szenen, sowie die Darstellung von Heiligen und Herrschern.

Das erstemal erwähnt wird Honigkuchen in einer Notiz vom Jahre 1008 aus Nürnberg. Diese Gegend war wegen der vorteilhaften geografischen und klimatischen Bedingungen besonders für die Bienenzucht geeignet. Sicherlich wurde die Gegend nicht ohne Grund „Bienengarten” genannt. Hier kreuzten sich auch einige Handelswege, was den schnellen Aufschwung einiger Berufe bewirkte. Im Jahre 1276 gehörten die Honigkuchenhersteller noch zur Zunft der Bäcker.

Im 18. Jh. wird die Honigkuchenbäckerei schon von städtischem und bürgerlichem Geschmack geprägt. Statt biblische Themen rücken immer mehr weltliche Themen in den Vordergrund, wie zB. festlich gekleidete Damen- und Herrenfiguren, Babys oder Kutschen. Gleichzeitig verbreitete sich die Honigkuchenbäckerei in den Dörfern und am Anfang des 19. Jahrhunderts war sie schon recht populär im Kreise der Bauern. Die Honigkuchenbäcker verkauften ihre Produkte auf Märkten und Festen. Sie versorgten nicht nur ihren Wohnort, sondern auch entfernterliegenden Gegenden. Wesentliche Änderung war, dass der Honigkuchen nicht mehr sofort verzehrt, sondern als Zierstück betrachtet wurde. Das Honigkuchenherz vom Verehrer oder der den Kindern geschenkte Soldat wurden an einen auffälligen Platz in der Wohnung aufgehängt und so lange es ging aufbewahrt.

Quelle: Edit Vágó – Honigkuchenfiguren;
Károly Tar: Siebenbürger Honigkuchen

 

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